Geschichte und Werken Hand in Hand

Einweihungsfeier der Herzog-Ludwig-Stele

Am 05.06.2019 stand der Herzog-Ludwig-Realschule hoher Besuch ins Haus: vom Landrat, über Bürgermeister bis hin zu Schulleitern und Sponsoren.


Kunstschmied Christian Pöllner, Schulleiter Manfred Brodschelm, Landrat Erwin
Schneider und der frühere Schulleiter Martin Estermeier betrachten das Kunstwerk

Die Hauptperson des Tages war aber Herzog Ludwig, der Kelheimer, der Namensgeber unserer Schule, der „inthronisiert“ werden sollte. Nach einer musikalischen Begrüßung durch das Schulorchester und einem kleinen Sektempfang hieß der Schulleiter alle Gäste herzlich willkommen und führte in das heutige Thema ein.


Das Schulorchester sorgte im Atrium der Schule für die musikalische Umrahmung

Danach folgte ein historischer Exkurs über Herzog Ludwig, dargestellt von Rosemarie Röckl, Fachbetreuerin für das Fach Geschichte.
Er wurde 1173 in Kelheim geboren und erbte nach dem Tod seines Vaters bereits mit 10 Jahren den bayerischen Thron. Kluge Landes- und Heiratspolitik vergrößerten schon bald die Macht der Wittelsbacher. Ludwig machte sich sowohl als Städtegründer als auch als Schulstifter einen Namen. Als das Karlmannstift in der Pfalz zu Ötting in den Ungarnstürmen zerstört wurde, erneuerte er es. 1231 ließ er eine romanische Stiftskirche dort bauen. Sein Chorherrenstift war eine Kanzleipropstei. Aus dieser wählte Ludwig fähige Pröpste aus, die zu Notaren wurden und die Verwaltungsarbeit erledigten. Ludwig leistete damit wertvolle Vorarbeit für eine Stiftsschule, die um 1400 dem
Stift angeschlossen werden konnte. Damit beginnt die lange Schultradition Altöttings.
In seiner Ansprache formulierte Realschuldirektor Manfred Brodschelm auch einen konkreten Anknüpfungspunkt für das Profil seiner Schule: „Herzog-Ludwig gibt uns den beständigen Hinweis, dass bei aller Innovationsbereitschaft auch traditionelle Strukturen bewahrt werden sollen. Seine jetzt auch sichtbare Präsenz
ist für uns die immerwährende Aufforderung, eine Verbindung zwischen Tradition und Moderne herzustellen.“
Ludwig hatte noch viele Pläne, fiel aber 1231 einem Attentat zum Opfer. Der gemeinsame Sohn Otto II. trat die Nachfolge an und übernahm aus Verehrung für seine Mutter das weißblaue Rautenwappen der Grafen von Bogen in
sein Landeswappen. Ludmilla gründete 1240 das erste Zisterzienserinnenkloster Bayerns in Landshut. Dort steht auch die einzige Holzplastik des Herzogspaares. Nach dieser Vorlage fertigten einige begabte Schülerinnen und Schüler unter Leitung ihrer Kunstlehrkraft die Tonbüste des Herzogs mit dem Rautenwappen aus Lindenholz an.


Die beiden Lehrkräfte Rosemarie Röckl und Katharina Huber mit „ihrem“ Werk

Nach einleitenden Worten der Lehrerin, Katharina Huber, die die Herausforderungen, die mit der Umsetzung eines solchen Projekts verbunden waren, benannte, ergriffen drei Schüler bzw. Schülerinnen der Klasse 8g das Wort. Sie
berichteten über den Anfertigungszeitraum, die Planskizzen, das Material und die Arbeitsschritte, aber auch über mögliche Probleme bei der Trocknung der 60 cm großen und über 20 kg schweren Plastik, über die Ängste beim Schrühbrand (Zerplatzungsgefahr) und der Bemalung, die dezent und ja nicht kitschig sein sollte. Schließlich wurde ebenfalls in Handarbeit das schräg gerautete Wappen mit verschiedenen Holzwerkzeugen in vielen Stunden gefertigt und in den Farben Weiß und Blau bemalt. Die einzelnen Arbeitsschritte wurden jeweils mit Farbbildern veranschaulicht und von den jungen Künstlern kommentiert. Im Anschluss daran ergriff Frau Edmaier von der Firma ODU, welche die Kosten für das gesamte Kunstwerk übernahm, das Wort. Sie lobte das hohe Ansehen
der Schule sowie die gute Zusammenarbeit und betonte gleichzeitig, dass heuer 22 Auszubildende der Herzog-Ludwig-Realschule bei ODU begonnen haben. Herr Pöllner, ein ortsansässiger Kunstschmied, schuf die Metallstele und gab der Verwunderung über das gelungene Gesamtwerk Ausdruck. Vor allem lobte er die Zusammenarbeit und das handwerkliche Geschick der Schülerinnen und Schüler. Im Eingangsbereich der Schule bekommt die Stele nun einen gebührenden Platz. Jetzt gibt es keine Verwechslungsgefahr mehr mit den vielen „Ludwigs“ in der Geschichte, denn „unser“ Ludwig hat jetzt ein Gesicht bekommen!


Unser Catering-Team lieferte einen ausgezeichneten Service

Bei einem sommerlichen Catering und anregenden Gesprächen klang ein historisch und künstlerisch inspirierter Abend aus.

Rosemarie Röckl

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