Herzog-Ludwig-Realschule beeindruckt mit Superlativ

Größter Jahrgang der Schulgeschichte im Kultur- und Kongressforum verabschiedet

„190 Schülerinnen und Schüler werden heute ihr Abschlusszeugnis in Empfang nehmen.“ Mit diesem Superlativ beginnt Schulleiter Manfred Brodschelm seine Rede vor den Absolventinnen und Absolventen und deren Angehörigen im Kultur- und Kongresszentrum Altötting. Dabei vergisst er aber nicht zu betonen, dass eine solch gigantische Zahl natürlich auch Fragen aufwerfen kann: „Entsteht bei so einem Jahrgang nicht Anonymität? Geht da nicht der Einzelne verloren? Muss da nicht jeder schauen, wo er bleibt?“ Mit einem entschiedenen Nein kann man die berechtigten Sorgen beseiteschieben, denn ein Blick auf die Initialen der Schule, HLR, zeigt, dass diese nicht nur für Herzog-Ludwig-Realschule stehen, sondern in erster Linie für das Bekenntnis „Hier lebt Realschule“. Und dieses Motto sollte nicht als bloße Floskel abgetan werden. Denn neben der, zweifelsohne sehr wichtigen Vermittlung von Wissen und Fähigkeiten nimmt an der Herzog-Ludwig-Realschule das Entdecken und Fördern der unterschiedlichsten Begabungen einen hohen Stellenwert ein. So können die Schülerinnen und Schüler ihre Stärken in den unterschiedlichsten Projekten und Wettbewerben einbringen und so ihr Selbstwertgefühl steigern, um im Anschluss gut vorbereitet in ein Leben nach der Realschule entlassen werden zu können. Auf diese Weise sind die Schülerinnen und Schüler bestmöglich auf die Herausforderungen einer modernen Leistungsgesellschaft vorbereitet, wie Herr Brodschelm betonte.

Bevor jedoch die Abschlusszeugnisse überreicht wurden, feierten Schüler, Eltern, Angehörige, Freunde und Lehrkräfte gemeinsam mit Stadtpfarrer Günther Mandl einen ökumenischen Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Josef.  Feierlich gestaltet wurde dieser von der Schülerschaft der Herzog-Ludwig-Realschule zusammen mit ihren Lehrkräften Verena Herzberger und Beate Heigl, den musikalischen Rahmen bildete der Schulchor unter der Leitung von Sybille Garus-Meier und Katharina Kaiser. Während der Entlassfeier im Kultur- und Kongress-Forum sorgten Schulorchester und Band unter der Leitung von Katharina Kaiser und Michael Kopecky für eine festliche sowie äußerst stimmungsvolle Atmosphäre.

Die stellvertretende Schulleiterin Silke Wimmer begrüßte die Abschlussschüler und richtete dabei einen Appell an sie: „Lasst euch aufs Leben ein!“. Weitere Grüße waren an den Vorsitzende des Elternbeirats, Herrn Sascha Hartlmaier, gerichtet, ebenso an die Vertreter regionaler Partner aus Wirtschaft und öffentlichen Einrichtungen. Darüber hinaus war als weiterer Ehrengast Herr Landtagsabgeordneter Dr. Martin Huber geladen, der in seiner Ansprache das hohe Interesse der Schüler der Herzog-Ludwig-Realschule an Politik und Gesellschaft lobte. Diesen stünden nun, mit dem Realschulabschluss in der Tasche, alle Möglichkeiten offen, wenn sie auch weiterhin so neugierig und engagiert alle Herausforderungen annehmen und meistern.

Im Anschluss blickte Beratungsrektor Alois Aigner in Form eines sehr humorvollen Bildervortrags auf sechs Jahre Realschulzeit zurück. Dabei verglich er auf launige Art den Weg der Schülerinnen und Schüler durch die einzelnen Jahrgangsstufen als Auszug der Hobbits aus dem Auenland, um am Ende nach langer Reise und vielen Prüfungen glücklich und erfolgreich wieder zurückzukehren.

In seiner Rede vergaß Herr Brodschelm nicht, sich für die hervorragende Organisation der Abschlussprüfungen bei seinen Schulleitungskollegen, Frau Wimmer und Herrn Buchner, aber auch bei den Damen des Sekretariats, und nicht zuletzt beim Hausmeisterpaar Kalka zu bedanken.

Von den 190 zur Prüfung angetretenen Schülerinnen und Schülern haben alle bestanden, davon 52 mit einer Eins vor dem Komma, was einen absoluten Spitzenwert markiert. Und innerhalb dieser Spitzengruppe haben 23 Absolventen einen Notenschnitt besser als 1,5. Die beiden Jahrgangsbesten, Katharina Sagmeister und Veronika Uvarov, durften sich über eine glatte 1,0 freuen.

Am Ende einer sehr festlichen Veranstaltung ging Schulleiter Manfred Brodschelm auf die Tatsache ein, dass der Wissenserwerb für die Schülerinnen und Schüler mit dem Abschlusszeugnis nicht vorbei ist. Ein lebenslanges Lernen, nicht nur in Bezug auf Fachkenntnisse und Fähigkeiten, sondern vielmehr im Bereich persönlicher, sozialer und emotionaler Reife wäre gefragt. Und auf diesem Gebiet sei es durchaus empfehlenswert, sich an Vorbildern wie dem Basketballer Dirk Nowitzki zu orientieren. Durch seinen Sport zu Reichtum gekommen, hatte er es nie nötig, diesen zur Schau zu stellen. Ganz im Gegenteil tritt er immer bescheiden und bodenständig auf, ist sozial engagiert und setzt sich so zum Beispiel für die Förderung benachteiligter Kinder und Jugendlicher durch die integrative Wirkung des Sports ein. Diese Einstellung sollten sich die Schülerinnen und Schüler zu eigen machen, um ein wertvoller Teil der Gesellschaft zu werden.

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